Bauanleitung für ein einfaches Wakeskate

Hier beschreibe ich wie man mit einfachen Mitteln und ein wenig handwerklichem Geschick ohne spezielle Werkzeuge ein einfaches Wakeskate selber bauen kann.

Slebstverständlich kann man mit der Rockerhöhe spielen, einen continuous Rocker bauen, mit Bootslack arbeiten oder aufwändige Airbrushs sprayen. Machbar ist fast alles. Schaut mal in unseren Projekten nach. Dieses Skate (Größe natürlich nach belieben anpassbar) ist halt ein einfaches Beginner Skate mit dem man am Cable fahren kann.

 

Was brauche ich dafür?

3 Sperrholzplatten 110 cm x 45 cm x 4 mm (das ist abhängig davon wie groß das Skate werden soll; Länge und Breite etwa 2 cm mehr als Skate groß sein soll)
1 Tube Ponal D4 wassfester Holzleim
Farbe nach Geschmak (Holzlasur oder Buntlack)
Epoxidharz
Härter für Epoxidharz
Grip TapeSchleifpapier in verschiedenen Körnungen

1 Stichsäge
14 Schraubzwingen
7 Stück gehobelte Dachlatte 4 cm x 6cm  x 40 cm
Schwing.- oer Exzenterschleifer
Schleifpapier 80, 150. 240 trocken und 400 - 800 Nass
Klebeband (ich nehme Frogtape da es sich gut ablösen läßt und absolut eine saubere Kante hinterläßt. Krepp ist weniger geeingnet)

Vorbereitung

Zunächst müsst Ihr Euch erts einmal einen Rockertable bauen. In dem werden die einzelnen Platten dann verleimt und auf die entsprechende Biegung gebracht.

Ich bevorzuge für die Nutzung an einer Wasserskianlage für Anfänger einen continuous Rocker. Deshalb hier auch die Anleitung dafür:
Zunächst einmal zwei Dachlatten (100cm lang) parallel mit Abstand 30 cm legen. Jeweils an den Enden und in der Mitte eine Dachlatte quer dazu legen und mit Spaxschrauben festschrauben. Jetzt müßt Ihr wissen wie hoch der Rocker des Skates werden soll. Je höher desto anstrengender ist es später das Skate zu fahren. Unter drei Zentimeter kann es vorkommen das ihr mit der Nose ins Wasser stecht und Euch mault (das ist dann der erste Trick: ein Scorpion :) ). Ich nehme hier drei Zentimeter. Dazu müßt Ihr an den Enden noch einmal eine Dachlatte aufshrauben die ca. fünf cm stark ist. Jetzt kommt eine Sperrholzplatte aus Buche (Härte!) darauf gelegt und genau ausrichten. Die Sperrholzplatte in der Mitte mit Spaxschrauben festschrauben und dann erst an den Enden. Dabei entsteht Eure spätere Aufbiegung. Bitte die Schrauben weit genug in das Holz drehen und ausspachteln da man sonst in der fertigen Base die Schraubenabdrücke sieht.

Ich habe für mich aber einen richtigen Tisch bebaut auf den ich dann in der Mitte eine Dachlatte und an den einden soviele Dachlatte(höhe Dachlatte mitte plus fünf cm bei drei cm Rocker) aufgeschraubt habe. Das hat den Vorteil, das ich später die Schraubzwingen immer schon unten einschieben kann.

 

Rohbau

Jetzt geht es los. Zum späteren Spannen müsst Ihr sieben gehobelte Dachlatten haben, die genauso lang sind (oder ein paar cm länger) wie Eure Sperrholzplatten. Ich arbeite immer mit der unteresten Platte aus Buche da Buche schön hart ist und später beim Einsatz auf Obstacles nicht so schnelll leidet. Die mittlere und obere Platte nehme ich aus Pappel da sie viel leichter als Buche ist. Es reichen aber durchaus auch zwei Lagen hin. Das sind dann 8 mm.

Die unterste Platte auf den Table legen und mit dem Ponal Leim breitflächig einstreichen. Wenn später der Leim nach dem trocknen herausquillt macht das nichts; wird eh weggesägt. Jetzt die zweite Platte auflegen und in der Mitte mit einem Holz und zwei Schraubzwingen ganz nach unten bis zur Auflage zusammenzwingen. Das Gleiche im Abstand von ca 15-20 cm zu beiden Rändern hin wiederholen, so das ihr am Schluß 7 Hölzer mit Schraubzwingen habt. Jetzt das Ganze 24 Stunden aushärten lassen! Anschließend wenn gewünscht die Prozedur mit der dritten Platte wiederholen. Bitte achtet auf den Temperaturbereich in dem man Holzleim und Harz verarbeiten kann!

Nehmt nicht irgendeinen normalen Ponal Leim. Dier hält nicht! Der Ponal D4 ist zwar teuer (19 Euro die 200ml Flasche) aber dafür ist das Sperrholz anschließend zu 100% wasserdicht verleimt und reißt garantiert nicht mehr auf.

Im Bild hat unser Kater den bereits mit dem aufgezeichneten Shape ertsetellten Rohbau schon mal getestet.

Wenn die Verleimung fertig ist müsst Ihr Euch einen Shape suchen und diesen als Umriß auf die verleimten Platten zeichnen.

Und jetzt wird es filigran: Je sauberer ihr das Skate ausssägt um so weniger müßt Ihr später schleifen!

Mit einer Stichsäge (möglichst ohne Pendelhub und ohne Neigungswinkel) das Skate entlang der aufgezeichneten Kontur aussägen und anschließend schleifen. Wenn Ihr fertig seit habt Ihr das Schlimmste hinter Euch. Wie gesagt, es kommt auf das Schleifen an.

 Versiegelung

Wenn ich das Skate lackeren möchte muss das natürlich vor dem Versiegeln erfolgen!

Nun ist es an der Zeit, die Base und das Deck sowie die Kante zu versiegeln. Ich nehme dazu Zweikomponenten Epoxiharz. Gibt es im Internet bei diversen Anbietern. Ich habe die beste Erfahrung mit dem Harz von den PHD24 (Link in der Linkliste) gemacht. Das Harz fließt wunderbar und ist hinterher kristallklar und glatt. Wenn doch mal eine Nase da sein sollte einfach wegschleifen und mit Autopolitur polieren. Aber erst wenn das Harz vollständig ausgehärtet ist (materialblatt vom Harz). Den Vorgang wiederholen. Ich mache auf der Base immer drei Schichten Harz und auf dem Deck zwei Schichten. Die Kante ebenfalls drei Schichten (hier müßt Ihr mit einem Pinsel arbeiten).

Befor ich jedoch das Harz aufbringe klebe ich die andere Seite ab damit sich keine Nasen vom herunterlaufenden Harz bilden, die ich später müsam wegschleifen müsste.

 In diesem Fall habe ich nach der Lackerung mit grüner Farbe eine Harzschicht aufgebracht und in das noch nicht ausgehärtete Harz die Folie mit dem Adler eingeklebt. Danach weitere zwei Lagen Harz.

 

 Nachdem sowohl Base als auch Deck geschliffen und poliert worden sind geht es ans finishing.

Grip

Ihr glaubt mir sicherlich, das man selbst mit Schuhen mit Gummisohle auf dem polierten Skate keinen Grip hat. Daher muss dagegen etwas getan werden. Wer EVA liebt kann sich jetzt eine Lage davon aufkleben, Das hätte jedoch der besseren Standfähigkeit gleich in die letzte Lage Harz eingelegt werden müssen. Einfacher geht es, sich aus dem Skatboard Umfeld im Internet Grip Tape zu kaufen (80 cm x 20 cm ungefähr 6 Euro (plus Versandkosten wenn man keinen Shop findet der frei liefert).

Also: Grip Tape auf das Deck kleben. Und jetzt ganz wichtig: Mit der Heißluftpistole (ein guter Fön tuts auch) das Tape heißmachen und mit einer Rolle (kein Schaumstoff oder Ähnlichem sondern einer festen Rolle) das Tape richtig andrücken. Macht Ihr das ohne anwärmen hält das Tape nicht. Anschließend mit einem Teppichnesser die überstehenden Teile abschneiden und Euer Wakeskate ist fertig!

Viel Spass beim Nachbau und hoffentlich bei anschließenden Skaten.


Kosten

Alle die, die sagen man braucht nicht mehr als 30 Euro für  Material, die spinnen. Ich mache mal eine Aufstellung:

1 Sperrholzplatte, Buche 110 x 45 x 0,4 14,95
2 Sperrholzplatte, Pappel 110 x 45 x 0,4 27,90
1 Holzleim Ponal D4 400 ml 19,80
1 Epoxidharz 200 g 19,80
1 Härter 110 g 7,95
  Schleifpapier 80 - 800 12,00
  Holzlasur, wasserfest 200 ml 8,00
  Summe   110,40

 

Dazu kommen die Versandkosten oder Fahrten zum Baumarkt. Da nicht alle benötigten Materialien in der entsprechenden Menge gekauft werden können ist manches davon ausreichend für zwei Skates (z.B. der Holzleim). Ich habe auch noch kein en Shop gefunden in dem die Mindestmenge für Harz kleiner als 500 Gramm war. Bei dem Schleifpapier kommt es darauf an, wie sauber Ihr den Shape aussägt.

An Zeit solltet Ihr ansetzen:

1 Tag pro Verleimungsschicht (wobei reine Arbeitszeit ca 30 Minuten sind)

2 Stunden zum Aussägen der Skates

Je nach Genauigkeit der Sägearbeit 1-4 Stunden Schleifen

1 Tag pro Versiegelungsvorgang (3x Base, 3 x Kante, 2 x Deck) (ebefalls ca 30 Min. reien ARbeitszeit pro Vorgang).

Finales Schleifen 3 Stunden

Grip Tape aufbringen 1 Stunde

Summe: 90 Stunden, davon reine Arbeitszeit 19 Stunden. Rechnet jetzt die Stunde mit 15 Euro kommen noch mal 285 Euro hinuzu, so das das Slate einen theoretischen Preis von 395,40 Euro hätte.
Ihr sehr also ein Skate kaufen ist günstiger aber lange nicht so originell und einzigartig.

Je nach Komplexität biete ich Euch ein fertiges, nach Euren Wünschen gebautes Skate ab 200 Euro an.

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